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Täuschung und Wahrheit beim Sturz Saddam Husseins
Hightech, flexible Kampfführung und Propaganda waren die wichtigsten Merkmale eines Krieges, der wie keiner zuvor einer Dramaturgie folgte. Ulrich Tilgner hat als Korrespondent für das ZDF und das Schweizer Fernsehen über den Irak-Konflikt berichtet und für seine Leistung den renommierten "Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis" erhalten. In seinem Buch beschreibt er auf eindrückliche Weise, wie sehr Propaganda und Täuschung zum Mittel der Kriegführung wurde – auf beiden Seiten.
Durch neue Recherchen und Gespräche, unter anderem mit irakischen Militärs, Waffeninspektoren, Diplomaten und Mitarbeitern von Hilfsorganisationen, spürt er den offenen Fragen nach, die im Kampfgetöse unbeantwortet blieben: Was verbarg sich hinter dem "Enthauptungsschlag"? Warum gab es keinen nennenswerten Widerstand der Iraker? Was geschah mit Saddam Hussein nach Kriegsbeginn? Welche Absichten verfolgen die Amerikaner wirklich? - Ulrich Tilgners Perspektive ist die eines Augenzeugen, der erst im Rückblick die Hintergründe des Irak-Krieges genauer erkennt. Dem Fernsehzuschauer – wie auch dem Korrespondenten vor Ort – blieben wichtige Zusammenhänge verborgen.
Ulrich Tilgner
Ulrich Tilgner ist Korrespondent des Schweizer Fernsehens und berichtet seit den 80er Jahren aus dem Orient. Er beschäftigt sich vor allem mit den politischen Konflikten der Region und ihren wirtschaftlichen und kulturellen Hintergründen.
Tilgner hat in Freiburg und Tübingen Kulturwissenschaften, Politik und Wirtschaftgeschichte studiert. Nach der Islamischen Revolution war er in Teheran als Korrespondent akkreditiert, von 1985 bis 2000 unterhielt er ein Büro in Amman/Jordanien und von 2002 bis 2008 leitete er das ZDF-Büro in Teheran.
Sein Berichtsgebiet umfasst Irak, Iran und Afghanistan. Neben Beiträgen mit aktuellen Informationen aus den Kriegs- und Krisengebieten fertigt Tilgner Dokumentationen über die Region.
Für seine Berichterstattung über den Irak-Krieg erhielt Ulrich Tilgner den Hanns-Joachim-Friedrich-Preis für Fernsehjournalismus 2003. Er hätte "unter den extremen Bedingungen der Kriegsberichterstattung seine professionelle Qualität und seine journalistische Unabhängigkeit bewahrt und bewiesen". So lautet die Begründung des Trägervereins in Hamburg.
Verlag: rowohlt Berlin, ISBN 978-3-87134-492-3, 192 Seiten
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